Wer war Euphemia Dorer?

Euphemia mit 19 Jahren

Euphemia in fortgeschrittenem Alter als Nonne

Wer war Euphemia Dorer und was macht sie besonders?

Wieso ist diese Figur so dargestellt?

Diese Figur stellt eine Idee dar, wie man sich aus heutiger Sicht Schwester Euphemia Dorer vorstellen könnte. Sie ist kein Abbild Euphemias und hat auch nicht diesen Anspruch. Ihr Zweck ist es, das Leben und Wirken ihres realen Vorbilds in der Stadt Freiburg zu verdeutlichen und greifbar zu machen.
Bevor ich meine Figur bauen konnte musste ich mir überlegen, welche Körperhaltung sie annehmen sollte. Dabei entschied ich mich, sie knieend lesen zu lassen, eine Körperhaltung, die mich sofort an eine Ordensfrau erinnert. Zudem verdeutlicht sie die Bildung Euphemias, die sie an andere weitergab, genauso wie ihre tiefe Verbundenheit mit Gott, welche beide ihr Leben prägten.
Die Kleidung meiner Figur ist dem Habit, also der Ordenskleidung, der Ursulinen nachempfunden. Der Habit der damaligen Schwestern der Gemeinschaft der hl. Ursula von Anne de Xianctonge entsprach einer barocken Witwentracht aus dem Burgund, welche vor allem durch ihre schwarze Farbe auffällt. Der schwarze Schleier meiner Figur entspricht in Form und Länge nur grob dem, was Euphemia wohl getragen haben müsste, jedoch war ein solcher Schleier aufgrund von baulichen Schwierigkeiten nur in einer abgewandelten Form realisierbar.
Vielleicht wunderst du dich über die leeren Gesichter meiner und der anderen Figuren. Falls du dich zudem fragst, ob wir vergessen haben diese zu bemalen, dann kann ich das mit einem klaren nein beantworten. Wir haben die Gesichter unserer Figuren absichtlich nicht ausgemalt. Damit möchten wir es jedem Betrachter ermöglichen, sich seine eigene Vorstellung der realen Personen (oder denen, die es so gegeben haben könnte) in unsere Figuren zu projektieren. Die Rolle der von uns gewählten Persönlichkeiten in der Entwicklung der Stadt Freiburg kann von unterschiedlichen Seiten betrachtet werden und sollte somit auch nicht durch konkrete vorgefertigte Bilder eingeschränkt werden.


Was für ein Buch liest die Figur?

Das Buch in den Händen der Figur stellt ein Heiligenlexikon dar, also ein Buch, in dem Informationen über Heilige und die von ihnen vollbrachten Wunder stehen. Zu Euphemias Lebenszeit war das Lesen solcher Bücher ein wichtiger Bestandteil des religiös geprägten Unterrichts für Mädchen an den Klosterschulen der Ursulinen. Mit ihnen lernten die Schülerinnen von den damals hochverehrten Heiligen und übten sich gleichzeitig im Lesen.

Im Buch in den Händen der Figur sieht man einen Bildausschnitt eines Buntglasfensters aus dem Freiburger Münster. Die darin abgebildete Szene zeigt die hl. Ursula mit den 11.000 Gefährtinnen bei ihrer Ankunft in Köln, wo ihnen die Hunnen auflauerten.

Das Heiligenlexikon in den Händen meiner Figur baut eine symbolische Brücke zwischen der Ordensgemeinschaft der Ursulinen und den von ihnen gegründeten Schulen. Euphemia Dorer war einerseits Ursuline mit göttlichen Visionen und tiefstem Glauben, andererseits aber auch Lehrschwester und Leiterin einer Schule.

Auch heute gibt es noch Heiligenlexika, zwar sind sie nicht mehr üblich, aber sie haben überlebt. Die Geschichten der Heiligen wurden in ihnen über Jahrhunderte zusammengetragen und erweitert, sodass wir sie bis heute kennen. Vielleich hat sich ja auch ein solches Buch seinen Weg durch die Geschichte gebahnt und gelangte von Euphemia Dorer zu einer anderen Christin wie Edith Stein?

Möchtest du wissen wie unsere Figuren entstanden sind?

Auf einer anderen Webseite habe ich mein und unser Projekt, sowie den Bau unsere Figuren in einzelnen Schritten beschrieben. Falls du interessiert bist, dann schau dir auch diesen Blog an.